Arbeitszeitflexibilisierung

Die passende Flexibilität für Arbeitszeitmodelle finden

Globalisierung und Digitalisierung beeinflussen in allen Unternehmen Denkweisen, Arbeitsprozesse, Dienstleistungen und Produktion. Nur der Blick auf die Ressource Personal bleibt häufig unverändert. Unternehmen verharren in traditionellen Arbeitszeitmodellen und halten an starren Schichtmodellen und Einsatzszenarien fest. Die Vielfalt an neuen Möglichkeiten zur Flexibilisierung von Arbeitsmodellen, um mit veränderten Markt- und Arbeitsbedingungen Schritt zu halten, bleibt ungenutzt.

Diese Diskrepanz zwischen modernem Betrieb und herkömmlicher Arbeitszeitgestaltung wird vor allem in Produktionsunternehmen sichtbar. Oft stehen teils vollautomatisierte Produktionsanlagen zur kundenindividuellen Fertigung eindimensionalen, händisch erstellten Schichtplänen gegenüber. In Zeiten des Fachkräftemangels müssen aber nicht nur schwankende Bedarfe, sondern auch die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter nach mehr Flexibilität berücksichtigt werden. Immer mehr Arbeitnehmer verzichten zum Beispiel auf höhere Gehälter und wünschen sich dafür mehr Freizeit oder einen ortsungebundenen Arbeitsplatz. Entsprechend ist ein klarer Trend weg von festen Arbeitszeiten und Arbeitsplätzen, hin zu zeitgemässen, flexiblen Arbeitsmodellen zu erkennen.

Die drei Hebel zu flexiblen Arbeitsmodellen

Bei der Flexibilisierung von Arbeitsmodellen gibt es drei Aspekte oder Hebel. So unterscheiden sich Arbeitsmodelle in ihrer räumlichen, zeitlichen und fachlichen Flexibilität. Eine Kombination der drei Hebel ermöglicht es, Schwankungen und Volatilität zu kompensieren, Mitarbeiterzufriedenheit sicherzustellen und Kosteneffizienz zu gewährleisten.
 

Räumliche Flexibilität: Wenn der Ort keine Rolle spielt

Immer mehr Erwerbstätige in Deutschland müssen aus beruflichen Gründen mobil sein – sei es als Pendler oder auf Reisen zu Kunden, Meetings oder Messen. Ein Teil dieser berufsbedingten Reisetätigkeit ist unumgänglich und bleibt weiterhin erforderlich. Ein anderer Teil kann jedoch durch Arbeitsmodelle vermieden werden, bei denen Mitarbeiter nicht an einen bestimmten Arbeitsplatz gebunden sind, sondern auch im Home Office oder via Desk Sharing arbeiten können. Technologie fördert und vereinfacht das ortsunabhängige Arbeiten, etwa durch virtuelle Teams, Cloud-Lösungen und Videokonferenzen.

Zeitliche Flexibilität: Wenn der Bedarf die Arbeitszeit bestimmt

Jedes Unternehmen ist bestrebt, auf kurzfristige bzw. unvorhersehbare Bedarfsschwankungen schnell und effizient zu reagieren. Branchenübergreifend setzen die meisten Unternehmen jedoch nach wie vor auf starre Arbeitszeitmodelle, die bei geringerer Auslastung zu Überbesetzung und damit zu Unproduktivität und Unwirtschaftlichkeit führen. Bei grösseren Bedarfen kommt es hingegen zur Unterbesetzung, die in der Regel durch Mehrarbeit kompensiert wird. Dabei werden teils enorme Lohnaufschläge und eine Überbelastung der Mitarbeiter in Kauf genommen.

Schwankende Bedarfe erfordern eine grössere Flexibilität. So sind Jahresarbeitszeitkonten ein guter Weg, Mitarbeiter bei Bedarfsspitzen Stunden „aufbauen“ und sie dieses Guthaben bei geringerer Auslastung „abfeiern“ zu lassen. Bei der alternativen Option „Arbeiten auf Abruf“ halten sich Mitarbeiter für einen möglichen Dienst bereit. Sollte kein Bedarf entstehen, erhalten sie für die Bereitschaft einen gewissen Anteil ihres Festgehaltes. Dadurch wird anfallende Arbeit nach Bedarf statt in starr festgelegten Zeiten erledigt.

Fachliche Flexibilität: Wenn jeder alles kann

Personelle Flexibilität wird neben arbeitszeitbezogenen Massnahmen hauptsächlich durch den bereichs- und abteilungsübergreifenden Mitarbeitereinsatz erzielt. Mitarbeiter sind dadurch in der Lage, sehr kurzfristig ihren Arbeitsplatz bzw. ihre Tätigkeit zu wechseln. Möglich ist dies nur über Mehrfachqualifikationen. Mitarbeiter erlernen wichtige zusätzliche Fähigkeiten, die sie auch für andere Maschinen, Arbeitsplätze und Bereichsstrukturen fit machen. Dadurch können Arbeitsplätze flexibel besetzt werden. Verschiedene Mitarbeiter mit den benötigten Qualifikationen stehen für unterschiedliche Aufgaben zur Verfügung, sodass Kapazitätsengpässe bereichsübergreifend ausgeglichen werden können. Eine integrierte Workforce Management Lösung hilft Ihnen bei der Verwaltung der Qualifikationen und schafft bereichsübergreifende Transparenz.

In drei Schritten zum flexiblen Mitarbeitereinsatz

Gelingt es, alle Anforderungen an ein Arbeitsmodell abzudecken, sind die Grundlagen für einen bedarfsgerechten und nachhaltigen Mitarbeitereinsatz geschaffen. Auch zum Vorteil der Mitarbeiter: Denn sie haben jetzt die Möglichkeit, ihre Arbeitsweise an persönliche Gewohnheiten und ihre aktuelle Lebenslage anzupassen. Und mit einer ausgeglichenen Work-Life-Balance sind sie nachweislich zufriedener, produktiver und fallen seltener aus.

Die drei folgenden Schritte weisen den Weg zu einem nachhaltigen und flexiblen Mitarbeitereinsatz.

  1. Im ersten Schritt wird der Status quo analysiert. Hauptaugenmerk sind die Anforderungen Ihres Geschäftsmodells und Ihrer Mitarbeiter. Zusätzlich erfolgt ein Abgleich mit aktuellen Möglichkeiten und Restriktionen, beispielsweise durch Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge.
  2. Im zweiten Schritt wird auf Basis der Analyse der für Ihr Unternehmen optimale Mix der drei Hebel zur Flexibilisierung entwickelt und implementiert.
  3. Da die Einführung neuer Arbeitsmodelle in der Regel die Unternehmenskultur spürbar verändert und für viele Mitarbeiter mit Umstellungen verbunden ist, sollte der Prozess durch ein qualifiziertes und individuell abgestimmtes Change Management begleitet werden.
     

Flexiblere Arbeitszeiten genau nach Maß

Lassen Sie sich von ATOSS Consulting beraten. Unsere Berater können auf über 30 Jahre Erfahrung und das Know-how aus rund 8.000 Projekten zurückgreifen. Mit einem für Sie massgeschneiderten Beratungskonzept unterstützen wir Sie gerne, um die Flexibilisierung der Arbeitszeiten auch in Ihrem Unternehmen zu einem Erfolg zu machen.

 

Michael Knoblauch

Ihr Ansprechpartner

Sie suchen eine fundierte Beratung? Ich helfe Ihnen gerne weiter!

Michael Knoblauch
Director ATOSS Consulting

T +41 43 2109635
E consulting@atoss.com