Warum die Lohnerhöhung für Gebäudereiniger in vielen Fällen Personalengpässe mit sich bringt

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hatten sich bereits im November 2017 in der sechsten Verhandlungsrunde darauf geeinigt, die Löhne für Gebäudereiniger zwischen Ost und West in allen acht Lohngruppen bis zum Jahr 2020 anzugleichen.

Die zweite Stufe trat zum aktuellen Jahreswechsel in Kraft. Über 600.000 Reinigungskräfte bekommen in Deutschland nun mehr Gehalt. Doch die rund 120.000 geringfügig Beschäftigten, die an der Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat beschäftigt sind, werden „von der Lohnerhöhung abgeschnitten“, wie es der BIV formuliert. „Sie erhalten statt mehr Geld einige Minuten weniger Arbeitszeit. Verkürzen sie ihre Arbeitszeit nicht, droht ein schmerzhaftes Dilemma, da ab 451 Euro Verdienst durch die Abgabenlast der Nettoverdienst um 20 Prozent auf 362 Euro sinkt.“

Natürlich können sich die Gebäudereiniger, die unter der 450 Euro-Grenze angestellt sind, auch ein wenig freuen. Denn gleiches Geld für weniger Arbeit, wer will das nicht? Doch viele Betriebe des Gebäudereiniger-Handwerks kämpfen ohnehin schon mit personellen Engpässen, durch die stufenweise Verringerung der Arbeitszeit bei Minijobbern fällt weitere wichtige Arbeitskraft weg. Die Personalnot für Gebäudereiniger steigt also noch einmal. Und wäre es nicht noch besser, wenn alle Beschäftigten etwas von der Lohnerhöhung hätten?

Gebäudereiniger: Weniger Stunden statt mehr Geld für Minijobber

Nehmen wir ein Beispiel: 2017 konnte ein Minijobber, der zum Mindestlohn von zehn Euro angestellt war, für 45 Stunden im Monat eingesetzt werden. Heute - der gleiche Mitarbeiter erhält nun 10,56 Euro pro Stunde - sind es 42,6 Stunden. Nach der letzten Anhebungsstufe im Januar 2020 reduziert sich die Arbeitszeit eines Minijobbers auf 41,6 Stunden, da der Lohn auf 10,80 steigen wird. In den neuen Bundesländern ist es noch drastischer: Hier sinkt die  bis 2020 die Anzahl der Einsatzstunden von 49,72 auf 41,6. Des einen Freud, des anderen Leid. Obwohl, eigentlich des einen Leid, des anderen Leid. Denn die Lohnerhöhung für Gebäudereiniger kommt bei geringfügig Beschäftigten nicht an, Unternehmen geht gleichzeitig wertvolle Arbeitskraft verloren. Eine Lose-Lose-Situation.

Der BIV will eine Änderung für Minijobber

Der Lösungsansatz des BIV wäre eine kurzfristige Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze auf zumindest 475 bis 500 Euro. Doch die Bundesregierung weigere sich, auch nur die geringste vernünftige Erhöhung vorzunehmen, so Johannes Bungart, Geschäftsführer des BIV. „Wir wollen, dass die bereits vereinbarten Erhöhungen der tariflichen und gesetzlichen Mindestlöhne für die Jahre 2019/2020 tatsächlich bei allen Beschäftigten ankommen und den Unternehmen gleichzeitig wertvolle Arbeitszeit erhalten bleibt“, erklärt er weiter.

Mit Workforce Management frühzeitig auf Personalengpässe reagieren

Um Engpässen zuvorzukommen, brauchen Gebäudereiniger vor allem flexible Personalprozesse, die eine bedarfsorientierte Planung möglich machen. Digitales Workforce Management schafft den nötigen Freiraum, Engpässen früh entgegen zu wirken und Unterbesetzung so gut es geht auszugleichen. Automatisierte Prozesse, effiziente Organisation und eine konsequente Kostenoptimierung steigern die Produktivität und sichern die Wirtschaftlichkeit im hart umkämpften Wettbewerb der Gebäudereiniger. Um mehr Flexibilität zu ermöglichen. ist es sinnvoll, dass auch Minijobber Arbeitszeitkonten führen. So können sie Stunden je nach Bedarf auf und abbauen, ohne die Gehaltsgrenze von 450 Euro zu überschreiten.

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Über den Autor

Dominik Laska

Er jongliert gern mit Worten, bei Phrasen und Floskeln bekommt er Zahnschmerzen. Der gelernte Journalist hat sein Handwerk sowohl im Print als auch Online gelernt. Der gebürtige Berliner schreibt für den ATOSS Work Blog über alle Themen moderner Arbeitswelten.

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