Wir sind Logistikhelden. Über die Bedeutung der Logistik in der Gesellschaft

Die Logistik ist mit 274 Milliarden Euro Umsatz der drittstärkste Wirtschaftssektor in Deutschland (2018, Quelle: Bundesvereinigung Logistik, BVL). Dennoch wird die Branche in der Öffentlichkeit meist stiefmütterlich behandelt. Die Kampagne „Logistikhelden“ der Wirtschaftsmacher, bei der sich auch ATOSS beteiligt, will genau das ändern. Wir haben dazu mit Frauke Heistermann, Sprecherin und Initiatorin der Wirtschaftsmacher, gesprochen. Sie erklärt, was die Kampagne erreichen will, wer eigentlich die Logistikhelden sind und wie sich die Logistik aufgrund der Digitalisierung verändert. 

FRAU HEISTERMANN, WAS WILL DIE KAMPAGNE „LOGISTIKHELDEN“ ERREICHEN?

Frauke Heistermann: Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit und Wahrnehmung der Logistik in der Gesellschaft zu verbessern und Menschen für einen Beruf im drittgrößten deutschen Wirtschaftsbereich zu begeistern. Und wir stellen fest: Die Zeit dafür ist reif! Im gesamten Wirtschaftsbereich sehen wir den Wunsch nach mehr öffentlicher Wertschätzung.

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Frauke Heistermann, Sprecherin und Initiatorin der Wirtschaftsmacher
Quelle: Die Wirtschaftsmacher

Können Sie einige typische Logistikhelden nennen?

Heistermann: Unsere „Logistikhelden“ sind sympathische und glaubwürdige Botschafter, die für die Leistungsfähigkeit und Professionalität aller logistischen Handlungsfelder stehen. Mit dabei ist beispielsweise Anita Pieper, die als Leiterin Distributionslogistik bei BMW dafür sorgt, dass jeden Tag über 10.500 Neuwagen an 4.500 Händler weltweit zugestellt werden. Thomas Hesse versorgt als Disponent bei Meyer Logistik 80.000 Festivalbesucher mit 180.000 Dosen Bier und 20.000 Steinofenpizzen und trägt damit zu einem tollen Festivalerlebnis bei. Jana Gulliano rangiert als Gabelstaplerfahrerin bei Seifert Logistics auf zehn Meter Höhe den Gabelstapler mit nur fünf Zentimetern Spielraum. Und Thomas Frank von der Firma Beumer ist an Flughäfen dafür verantwortlich, dass im Jahr über drei Millionen Passagiere ihre Gepäckstücke über Förderbänder nach dem Flug wiedererhalten. Mehr als 40.000 Gepäckstücke werden so pro Stunde gehandelt.

Wahrer Logistikheld: Thomas Hesse von Meyer Logistik
Quelle: Die Wirtschaftsmacher

Wen soll die Kampagne konkret erreichen?

Heistermann: Mit der Kampagne „Logistikhelden“ wollen wir aktiv dem Arbeitskräftemangel im Bereich Logistik entgegenwirken – als einem der drängendsten Problemfelder. Vom Lkw-Fahrer über den Disponenten bis zum IT-Spezialisten oder Datenanalysten. Daher adressiert die Kampagne ein breites Publikum potenzieller Arbeitnehmer: Azubis, Studenten, Berufserfahrene aus unterschiedlichsten Bereichen wie Fahrer, IT, Lagermitarbeiter, Berater, Projektmanager oder Vertrieb.

Wird die Logistikbranche generell ein wenig stiefmütterlich behandelt, wenn es um die Präsenz in der Öffentlichkeit geht?

Heistermann: Das Problem ist, dass Logistik nur dann wahrgenommen wird, wenn etwas nicht funktioniert. Das Paket kommt nicht an, das hohe Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen oder in den Ballungszentren, das lässt sich beliebig fortsetzen.  Doch die hoch differenzierte und komplexe globale Logistik, die die Versorgung der Wirtschaft und Bevölkerung sicherstellt, wird nicht angemessen wertgeschätzt. Würden alle Mitarbeiter des Wirtschaftsbereiches Logistik auch nur einen Tag nicht arbeiten, wäre das für die Öffentlichkeit sofort sehr schmerzhaft spürbar: Supermärkte wären leer, Tankstellen hätten kein Benzin mehr und die bestellten Medikamente in der Apotheke würden nicht noch am gleichen Tag geliefert. Auf den Punkt gebracht: Logistik ist das Herz-Kreislauf-System unserer Wirtschaft!

Stichwort Logistik: Kann die Digitalisierung dabei helfen, die Branche attraktiver für qualifizierte Fachkräfte zu machen?

Heistermann: Absolut! Digitalisierung hilft der Logistik in vielfältiger Weise: Moderne Technologien und Softwarelösungen machen die Branche attraktiv für Mitarbeiter, die in innovativen Bereichen arbeiten wollen. Gleichzeitig entlasten uns innovative Technologien bei unserer Arbeit -  wie zum Beispiel durch Datenbrillen oder autonome Flurförderzeuge. Und sie schaffen mehr Zuverlässigkeit in der Lieferkette, beispielsweise durch künstliche Intelligenz oder Analytics. Und wo wir schon beim Thema Digitalisierung sind: Auch die intelligente Steuerung der so wichtigen Ressource Personal bringt die Logistik aktiv voran. Ein zukunftsfähiges Workforce Management schafft mit den Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeitgestaltung und der Integration von Mitarbeitern in die Prozesse rund um ihre Arbeitszeit attraktive Arbeitsverhältnisse.

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Über den Autor

Dominik Laska

Er jongliert gern mit Worten, bei Phrasen und Floskeln bekommt er Zahnschmerzen. Der gelernte Journalist hat sein Handwerk sowohl im Print als auch Online gelernt. Der gebürtige Berliner schreibt für den ATOSS Work Blog über alle Themen moderner Arbeitswelten.

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