Warum der Weihnachtsmann Workforce Management braucht

Der Weihnachtsmann ist schon echt ein Multitalent, das muss man ihm lassen. Produktionsleiter und Logistiker könnten sich an ihm ein Beispiel nehmen. Was er in so kurzer Zeit schafft, ist ein organisatorisches Meisterwerk. Er muss in kürzester Zeit auch die kleinsten Auftragsvolumina bis zur Losgröße eins produzieren und dabei punktgenau besten Service bieten. Denn nur so bringt er Kinderaugen zum Strahlen. Dafür braucht es eine sehr feingranulare Planung des zu erwartenden Bedarfs. Die Produktion der Geschenke muss nach erfolgtem Auftragseingang – das wären an dieser Stelle eingehende Wunschzettel – so schnell wie möglich geschehen.

Für den Weihnachtsmann gilt also: seine Belegschaft, sprich seine Elfen, muss so genau wie möglich eingesetzt werden. Damit ist es aber natürlich nicht getan. Denn die Geschenke wollen auch just-in-time ausgeliefert werden. Verspätete Präsente am Weihnachtsabend wären eine Katastrophe. Daher braucht es eine ausgefeilte Logistik für einen sehr kurzen Lieferzeitraum.

Der Weihnachtsmann und die Blauwale

Diese Herausforderungen lassen sich durch einige beeindruckende Zahlen belegen. Wenn wir davon ausgehen, dass der Weihnachtsmann jedes Kind auf der Welt glücklich machen will – bei rund zwei Milliarden Kindern weltweit – und dass jedes Kind ein einziges Geschenk mit einem Gewicht von 500 Gramm bekommen würde, so beliefe sich das Liefergewicht, welches der Schlitten tragen müsste, auf eine Million Tonnen. Zum Vergleich: Das entspricht dem ungefähren Gewicht von 7.143 erwachsenen Blauwalen.

Der Weihnachtsmann muss jeden Tag 5,5 Millionen Geschenke produzieren.

Am Nordpol wird jeden Tag produziert

Die Geschenke fallen jedoch nicht vom Himmel, das heißt, sie müssen entweder selbst produziert oder eingekauft werden. Selbst wenn nur jedes Geschenk zehn Euro in der Produktion kosten würde, beliefen sich die Kosten auf 20 Milliarden Euro. Hinzu kämen natürlich noch nicht unerhebliche Summen für die Gehälter seiner unzähligen Elfen und die Kosten, um die riesigen Produktionshallen am Laufen zu halten. Man bedenke allein die Heizkosten am Nordpol.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Produktion bereits zum 1. Januar eines Jahres beginnt und bis zum 24. Dezember jeden Tag durchgearbeitet wird, dann müssten 5.586.592 Geschenke täglich produziert werden. Sind bei einem solchen Produktionsvolumen die Mitarbeiter nicht punktgenau disponiert, entsteht unkontrollierbares Chaos und die einzuhaltenden Stückzahlen können nicht erreicht werden. Weihnachten müsste abgesagt werden – zumindest in Teilen. Und das will ja niemand.

Weihnachten ist ein Saisongeschäft

Zudem kann nicht davon ausgegangen werden, dass bereits zu Beginn des Jahres die nötigen Aufträge eingehen. Meist gehen die Wunschzettel erst im Laufe des Jahres mit einer Auftragsspitze ab Oktober ein – also müssen die hilfreichen Elfen des Weihnachtsmanns über das Jahr fleißig Minusstunden aufbauen, die in den Hochzeiten ausgeglichen werden können. Flexible Arbeitszeitmodelle sind hier gefordert. Ohne systemgestütztes Workforce Management ist ein Produktionsbetrieb in dieser Größenordnung nicht zu organisieren – zumal auch die komplexen Arbeitszeitgesetze am Nordpol und die Qualifikationen von Millionen von Elfen berücksichtigt werden müssen.

Eine halbe Million PS

Aber selbst wenn die Produktion, das Verpacken und Verladen der Geschenke einmal gemeistert wurde, stellt die Lieferung ein weiteres, nicht minder kompliziertes Problem dar. Wie schon erwähnt, müssten eine Million Tonnen an verpackten Präsenten auf dem Lieferfahrzeug verstaut werden. Wie wir alle wissen, wird dieses von fliegenden Rentieren gezogen. Doch wie viele „PS“ bräuchte der Weihnachtsmann?

Gehen wir davon aus, dass ein gewöhnliches Rentier etwas mehr als sein Körpergewicht ziehen kann und ein ausgewachsenes männliches Exemplar im Durchschnitt 180 Kilogramm auf die Waage bringt. Dann müssten eine halbe Million Rentiere vor den Schlitten gespannt werden – das wohl schnellste Cabrio der Welt. Das Zusatzgewicht des Weihnachtsmannes gleicht natürlich Rudolf mit der roten Nase ganz an der Spitze aus.

4.428 Kilometer pro Sekunde

Doch wie schafft es der Mann mit dem roten Anzug nun mit seinem bescheidenen Kontingent an Lieferfahrzeugen alles pünktlich auszuliefern? Ganz einfach: er trotzt den Gesetzen der Physik. Bei zwei Milliarden Kindern weltweit und durchschnittlich 2,5 Kindern pro Haushalt müsste er 800 Millionen Haushalte beliefern. Am Weihnachtsabend hat er, rechnet man die Zeitverschiebung rund um den Globus mit ein, insgesamt 32 Stunden für die Auslieferung. Er würde dafür lediglich mit einer Geschwindigkeit von 15.940.625 km/h durch die Lüfte rasen – oder 4.428 Kilometer pro Sekunde. Zum Vergleich: Er schafft die Strecke München – Berlin 7,5 Mal in einer Sekunde. Sie sehen schon. Das ist einfach nicht möglich. Deshalb braucht er auch hier die Unterstützung seiner fleißigen Helfer.

Um alle Geschenke auszuliefern, muss der Weihnachtsmann 15,9 Millionen km/h schnell sein.

Wie werden Liefer-Elfen disponiert?

Nehmen wir einmal an, er würde eine Million Elfen nur für die Auslieferung der Geschenke abstellen, dann müsste jede Elfe in den angesprochenen 32 Stunden 800 Haushalte beliefern, also 25 pro Stunde. Das klingt schon eher machbar, wenn auch herausfordernd. Aber auch eine Million Lieferanten, die gleichzeitig „auf der Straße“ unterwegs sind, wollen punktgenau disponiert werden. Glauben Sie, der Weihnachtsmann hat die Zeit auch noch einen manuellen Plan zu erstellen? Wohl kaum. Stattdessen plant er seine Liefer-Elfen vollautomatisiert. Was in der Produktionshalle klappt, wird ja wohl auch für die Logistik funktionieren. Sie sehen, Workforce Management rettet das Weihnachtsfest.

Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Fest

Aber ob nun Realität, Wunschdenken oder der pure, kindliche Glaube an einen rundlichen Mann in rotem Kostüm und weißem Rauschebart mit einer Heerschar von Elfen: Bei all den erstaunlichen, aber doch fiktiven Zahlenspielen, bleibt am Ende der Grundgedanke von Weihnachten. Dass Jedermann im Kreise der Liebsten eine Zeit voller Ruhe, Frieden und Besinnlichkeit genießt.

 

In diesem Sinne wünscht Ihnen ATOSS eine frohe und entspannte Weihnachtszeit.

Kommentar schreiben

Über den Autor

Dominik Laska

Er jongliert gern mit Worten, bei Phrasen und Floskeln bekommt er Zahnschmerzen. Der gelernte Journalist hat sein Handwerk sowohl im Print als auch Online gelernt. Der gebürtige Berliner schreibt für den ATOSS Work Blog über alle Themen moderner Arbeitswelten.

Alle Artikel des Autors