Warum der Osterhase auf Workforce Management setzt

Bald ist es so weit. Am Wochenende werden wieder unzählige Kinder durch die Gärten stromern und eifrig auf Eiersuche gehen. Denn es ist Ostern und da versteckt ja bekanntlich der Osterhase die Eier. Wer kennt diesen alten Brauch nicht? Wir hatten uns schon zu Weihnachten gefragt, wie eigentlich die ganzen Geschenke zur richtigen Zeit an den richtigen Platz kommen. (Hier geht es noch einmal zum Artikel)

Unser Fazit von damals und hier zitieren wir uns mal selbst: „Der Weihnachtsmann ist schon echt ein Multitalent. Produktionsleiter und Logistiker können sich an ihm ein Beispiel nehmen. Was er in so kurzer Zeit schafft, ist ein organisatorisches Meisterwerk. Er muss in kürzester Zeit auch die kleinsten Auftragsvolumina bis zur Losgröße eins produzieren und dabei punktgenau besten Service bieten. Denn nur so bringt er Kinderaugen zum Strahlen. Dafür braucht es eine feingranulare Planung des zu erwartenden Bedarfs. Die Produktion der Geschenke muss nach erfolgtem Auftragseingang – das wären an dieser Stelle eingehende Wunschzettel – so schnell wie möglich geschehen.“

Elf Millionen Osternester in der Produktion

Und da der Weihnachtsmann so erfolgreich mit der Produktion und der Auslieferung seiner Geschenke ist, hat sich der Osterhase gedacht, er nimmt sich einfach einmal ein Beispiel an dem Mann mit dem roten Anzug. Denn natürlich sollen auch die Ostereier just-in-time produziert und in den Gärten versteckt werden. Ein suchendes Kind, das am Ende kein buntes Osternest findet – das könnte selbst der stressresistenteste Osterhase nicht ertragen. Deshalb krempelt auch er einmal im Jahr die Ärmel nach oben und packt kräftig an.  

Seine Herausforderungen lassen sich durch beeindruckende Zahlen belegen. Beim Weihnachtsmann sind wir davon ausgegangen, dass er jedes Kind auf der Welt mit einem Geschenk glücklich machen will. Das waren rund zwei Milliarden Kinder. Jetzt lassen wir den Osterhasen mal nicht weltweit agieren, sondern nur in Deutschland. Dann muss er immer noch für rund elf Millionen Kinder Osternester produzieren und ausliefern. Das waren die Zahlen aus dem Jahr 2017.  

Eine halbe Million Ostereier am Tag

Da aber auch Ostereier nicht einfach vom Himmel fallen, muss der Osterhase seine Schokoladenmanufaktur punktgenau starten. Nehmen wir an, in jedem Osternest sollen lediglich fünf schmackhafte Ostereier liegen, dann wären das rund 55 Millionen Stück. Nun ist Schokolade ein Produkt, dass nicht allzu lange gelagert werden sollte, daher ist eine zeitnahe Produktion hin zum Auslieferungsdatum erstrebenswert. Wenn wir davon ausgehen, dass die Produktion zu Beginn des Jahres startet und bis kurz vor Ostern produziert wird, dann müssten in gut 3 Monaten 550.000 Ostereier am Tag hergestellt und verpackt werden.

Rund 550.000 Ostereier am Tag müssen in gut drei Monaten produziert und verpackt werden.

Das schafft der Osterhase natürlich nicht alleine und da am Nordpol die Weihnachtselfen bereits schon wieder im Produktionsstress für die Weihnachtsgeschenke sind, wie wir gelernt haben, kann er sich diese auch nicht einfach ausleihen. Der Osterhase muss sich das Personal woanders beschaffen. Also greift er auf qualifizierte Leiharbeiter zurück. Und auch diese müssen bei einem solchen Produktionsvolumen punktgenau disponiert werden. Ansonsten entsteht unkontrollierbares Chaos, Osternester könnten nicht gefüllt werden und Kinder würden vollkommen umsonst nach dem süßen Schatz suchen. Und das will ja niemand.

5.500 Tonnen Schokolade oder 916 Elefanten

Aber selbst wenn die Produktion, das Verpacken und Verladen der Osternester einmal gemeistert wurde, stellt die termingerechte Auslieferung ein weiteres Problem dar. Wie wir bereits wissen, müssten elf Millionen Osternester ausgeliefert werden. Bei einem Gewicht von 500 Gramm pro Nest wären das 5.500 Tonnen Schokolade, die verteilt werden wollen. Zum Vergleich: Das sind 916 ausgewachsene Elefanten. Allein ist das für den Osterhasen nicht zu schaffen, oder soll er sich die Nester alle auf den Rücken schnallen und losrennen? Auch hier braucht er also wie schon in der Produktion kompetente Hilfe.

Und wer, wenn nicht seine vielen Hasenfreunde würde sich da anbieten? Einer Schätzung aus dem Jahr 2016 zufolge lag die Population des gemeinen Feldhasen in Deutschland zwischen zwei und drei Millionen Exemplaren. Gehen wir davon aus, dass es lediglich zwei Millionen sind und auch alle Häschen Zeit haben, dann müsste jeder 5,5 Osternester ausliefern. Das sollte doch zu schaffen sein. Die Voraussetzung dafür ist aber ebenfalls eine ausgeklügelte Personaleinsatzplanung. Hier muss rund um Ostern die Urlaubsquote gesenkt werden, damit genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen. Erst dann ist eine punktgenaue Lieferung der Osternester zu schaffen. Und er braucht die Unterstützung definitiv, wie das folgende Gedankenspiel zeigt.

2.534 HAUSHALTE PRO MINUTE ZU BELIEFERN

Denn was müsste der Osterhase leisten, um alle Nester allein und pünktlich an ihren Platz zu bringen? Ganz einfach: unmenschliches. Moment, unhasliches? Naja, Sie wissen schon. Denn bei elf Millionen Kindern in Deutschland und durchschnittlich 1,5 Kindern pro Haushalt müsste er 7,3 Millionen Haushalte beliefern. Da am Ostersonntag alle Nester verteilt sein sollen, geben wir dem Osterhasen dafür zwei Tage Zeit – Karfreitag und Ostersamstag. Also reduzieren sich die anzuliefernden Haushalte auf 3,65 Millionen pro Tag. Jetzt verkleinern wir die Summe noch einmal ein wenig, dann werden Sie sehen: das ist einfach nicht möglich. Denn pro Minute müsste der Osterhase alleine 2.534 Haushalte mit Schokoeiern ausstatten.

Ohne Hilfe müsste der Osterhase 2.534 Haushalte pro Minute beliefern.

Deshalb braucht er in jedem Fall die Unterstützung seiner fleißigen, langohrigen Helfer. Und die wollen effizient und bedarfsoptimiert geplant werden. Und da der Osterhase, genauso wie der Weihnachtsmann keine Zeit für eine manuelle Planung mit Excel oder auf Papier hat plant er wie? Natürlich vollautomatisiert. Sie sehen, neben Weihnachten rettet Workforce Management auch das Osterfest.

Wir wünschen ein frohes Osterfest und viele bunte Eier!

Da es bei Ostern neben der Glorifizierung eines langohrigen Tieres aber auch um ein ganz besonderes Fest handelt, wünscht ATOSS Ihnen entspannte Tage im Kreise der Familie.

 

Übrigens: Die Fabel vom Osterhasen erschien erstmals 1682 in der Dissertation eines Frankfurter Arztes. Im 19. Jahrhundert wurde diese immer populärer, als die industrielle Herstellung von billigem Rübenzucker die Produktion von Schokoladenhasen und -eiern für den breiten Massenmarkt ermöglichte.

In diesem Sinne: frohe Eiersuche.

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Über den Autor

Dominik Laska

Er jongliert gern mit Worten, bei Phrasen und Floskeln bekommt er Zahnschmerzen. Der gelernte Journalist hat sein Handwerk sowohl im Print als auch Online gelernt. Der gebürtige Berliner schreibt für den ATOSS Work Blog über alle Themen moderner Arbeitswelten.

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