Darum hat es Vorteile eine Software zu parametrieren statt zu programmieren

Funktionen. Klassen. Variablen. For-Schleifen. Viele werden sich jetzt zurecht fragen: Was soll das? Wenn Ihnen diese Begriffe nichts sagen und Ihnen nur wie eine Aneinanderreihung zufälliger Worte vorkommen, dann haben Sie bisher noch keine Berührungspunkte mit dem Programmieren gehabt. Das ist natürlich nicht schlimm. Also lassen Sie uns doch einfach mal ein wenig über das Programmieren sprechen. Und wenn wir schon dabei sind, auch noch ein wenig über das Parametrieren. 

Also, nehmen wir mal an, ein Unternehmen hat sich eine neue Software zugelegt. Nun geht es daran, dass die Software auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten wird, denn genau das zeichnet eine gute Software aus. Eine Konfiguration kann auf verschiedene Wege funktionieren. Die Bekannteste ist das eben angesprochene Programmieren. Eine zweite Möglichkeit ist das eben angesprochene Parametrieren. Wir wollen beide Seiten betrachten und die Vor- und Nachteile aufzeigen. Beginnen wir mit dem Programmieren.

HOHE ABHÄNGIGKEIT BEIM PROGRAMMIEREN

Programmieren ist oftmals mit individuellem Aufwand verbunden. Es muss eine für das Unternehmen maßgeschneiderte Sonderprogrammierung erfolgen. Diese wird oftmals vom Betreiber, bei dem die Software eingekauft wurde, oder von einem externen Dienstleister übernommen. Bei den meisten Software-Lösungen sind die gewünschten Basisfunktionalitäten gegeben, jedoch fehlen manchmal einige unternehmensspezifischen Funktionalitäten. Der Hersteller der Software wird also kontaktiert und sichert zu, alles nachträglich durch Programmierung hinzufügen zu können. Da die Mitarbeiter des Unternehmens selbst in der Programmierung der spezifischen Software nicht bewandert sind, braucht es den externen Support.

In den ersten Wochen sieht alles gut aus, die Software funktioniert jetzt genauso wie das Unternehmen es mit dem Hersteller definiert hatte. Weitere Wochen vergehen und plötzlich fällt auf, dass eine doch noch eine sehr wichtige Funktionalität fehlt. Erneut wird der Hersteller kontaktiert mit der Bitte um ein erneutes Programmierangebot. Da die Entwickler des Softwareherstellers aber keine Kapazitäten frei haben, bleibt dem Unternehmen nichts Anderes übrig, als zu warten. Schließlich wird auch die neue Funktionalität programmiert und kann im Live-Betrieb eingesetzt werden.

Das Beispiel zeigt, dass Unternehmen bei nachträglichen Programmierungen oftmals enorm herstellerabhängig sind. Außerdem müssen neben den Ressourcen die benötigten Funktionalitäten genauestens spezifiziert werden, bevor sie umgesetzt werden können.

ERSCHWERTE WARTBARKEIT BEIM PROGRAMMIEREN

Die meisten Software-Anbieter liefern in regelmäßigen Abständen Updates aus. Diese beinhalten neben der Behebung von Fehlern und Fehlverhalten in der Software auch immer eine Menge an neuen und/oder verbesserten Funktionalitäten. Dabei passiert es auch, dass es durch Einfügen neuer Funktionalitäten zu Änderungen in bestehenden Funktionalitäten kommt. Handelt es sich hierbei um Standardverhalten, so kann dies rechtzeitig und ausgiebig getestet und im Zweifel auf Probleme schnell reagiert werden.

Gibt es jedoch viele Individualisierungen, also Zusatzprogrammierungen, fällt dies nicht mehr in den Standard und kann beim Einspielen neuerer Versionen nicht immer vollständig berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass jede zusätzliche Programmierung die Wartbarkeit der Software, besonders im Updatefall, enorm erschwert. Nicht immer kann garantiert werden, dass individuell hinzugefügte Programmierungen auch in kommenden Versionen einwandfrei funktionieren. Auch hier steigt das Risiko für Mehraufwände und damit auch nicht eingeplante Kosten.

Mehrkosten sind meist vorprogrammiert

Wo wir schon bei den Kosten sind. Anfänglich kann es gut sein, dass eine Software mit wenigen standardisierten Basisfunktionalitäten recht günstig ist. Das ist schön und gut. Je mehr Sonderprogrammierungen jedoch durchgeführt werden, desto teurer wird die Software in der Folge auch. Denn jede zusätzliche Programmierung ist mit Zusatzaufwand für den Hersteller und dessen Team verbunden. Und das muss schließlich auch bezahlt werden.

Vorteil PARAMETRIERUNG

Bei der Parametrierung wird eine Software durch das Setzen der verschiedenen Parameter so angepasst, dass diese die individuellen Anforderungen abdecken können. Das passiert alles in dem vom Softwareunternehmen ausgelieferten Funktionsumfang. Es muss also nichts zusätzlich programmiert werden, bereits in der Software bestehende Funktionen können stattdessen einfach verändert werden. Kurzum: Der funktionale Umfang der Software ist im Standard immer gleich, nur kann/muss sie durch das Anpassen spezifischer Parameter individualisiert werden.

OHNE externe HILFE DIE SOFTWARE anpassen

Einer der größten Vorteile bei der Parametrierung: Ganz einfach ausgedrückt ist kein Informatikstudium notwendig und es kann trotzdem effektiv mit der Software gearbeitet werden. Es braucht lediglich ein Grundwissen über die zu bedienende Lösung, ein technischer Hintergrund wie bei der Programmierung ist nicht nötig.

Wir gehen hierzu einfach mal ein Beispiel durch. Für eine nachträgliche Parametrierung ist das Anpassen einer bestimmten Berechtigung ein typischer Use Case. Nehmen wir an, ein Unternehmen bildet eine neue Abteilung, die im System hinzugefügt werden muss. Außerdem sollen die Personalverantwortlichen Zugriff auf diese neue Abteilung haben. Dafür muss nun die neue Abteilung in der Software angelegt werden. Zusätzlich müssen die Berechtigungen so angepasst werden, dass nur die definierten Personaler die neue Abteilung einsehen und ggf. Änderungen vornehmen können. Ein weiteres Beispiel: ein Mitarbeiter wechselt von Vollzeit auf Teilzeit. Dafür kann einfach und schnell ein neues Zeitmodell für diese spezifische Teilzeit parametriert und dem Mitarbeiter zugeteilt werden. Eingriffe in den Programmcode sind dafür nicht notwendig. Das schafft Selbstständigkeit rund um das Arbeiten mit einer Software-Lösung.

Immer up-to-date

Kommt ein Software Update heraus, müssen Sie sich keine Gedanken mehr über die Kompatibilität machen. Durch den Einsatz von Parametrierung gibt es keine individuellen Programmierungen, die durch eventuelle Updates nicht abgedeckt sind. Die Software ist und bleibt ganzheitlich im Standard. Dadurch können Updates einheitlich eingespielt werden.

Und damit bleibt auch das Thema Kosten bei einer parametrierbaren Software immer transparent und planbar, denn Sonderausgaben für zusätzlichen Programmieraufwand entfallen.

Gerade beim digitalen Workforce Management sind die Vorteile einer Parametrierung im Vergleich zur Programmierung immens. Denn das Personalmanagement ist ein fluider Kosmos, in dem immer wieder auch ad hoc Änderungen vorgenommen werden müssen. Dann ist es von großem Nutzen auf eine Standardsoftware zugreifen zu können, die schnell, einfach und nach individuellen Bedürfnissen anpassbar und veränderbar ist. Standardprozesse bleiben trotz stetiger Updates immer auf dem neuesten Stand. Und Sie können sich in Ihrem Unternehmen auf die so viel zitierten Kernthemen konzentrieren.

 

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Branimir Galic

Heutzutage muss Software für jeden Nutzer so einfach und verständlich wie möglich gestaltet werden. Genau das setzt sich der Produktmanager als Ziel. Er will zeigen, dass Workforce Management Spaß machen kann.

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