URTEIL des EUGH zur Arbeitszeit: SECHS GRÜNDE, WARUM ZEITERFASSUNG NICHT GENUG IST

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden. Alle Mitgliedstaaten sollen in Zukunft ihre Arbeitgeber dazu verpflichten, die geleistete Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer zu erfassen. Und das branchenübergreifend und für Unternehmen aller Größen. Ein einschneidender Tag für Unternehmen, die bald in die Pflicht genommen werden. Der Aufschrei, das Urteil des EuGH sei ein Rückschritt und die antike Stempel- oder Stechuhr passe nicht ins 21. Jahrhundert, hat nicht lange auf sich warten lassen. Und tatsächlich, ein wenig Wahrheit steckt in dieser Aussage. Denn einfach ein System zur Arbeitszeiterfassung einzuführen, ohne Unternehmensprozesse unter die Lupe zu nehmen, wäre tatsächlich ein Tropfen auf dem heißen Stein und auch ein Rückschritt.

 

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Eine schlichte Zeiterfassung ist in unserer modernen Arbeitswelt, wo der Ruf nach Flexibilität auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite immer größer wird, nicht genug. Stattdessen sollten Unternehmen als Reaktion auf das EuGH Urteil auf ein modernes, digitales Workforce Management System inklusive Arbeitszeiterfassung setzen, das die Vorgaben, die aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes resultieren werden, abbilden kann. Warum? Hier kommen sechs Gründe, warum eine reine Erfassung der Arbeitszeit, ob manuell oder einem System, als Einzellösung nicht ausreicht oder zu klein gedacht ist.

1. Vereinfachung von Prozessen

Ein automatisiertes Arbeitszeit- und Abwesenheitsmanagement sorgt bei Mitarbeitern, Vorgesetzten und der Personalabteilung für Zeitersparnis und schafft gleichzeitig mehr Transparenz. Denn alle relevanten Informationen sind auf einen Blick verfügbar, Auswertungen rund um die Arbeitszeit erfolgen ganz einfach auf Knopfdruck. Statt Zeiten und Überstunden auf Stundenzetteln zu erfassen, werden diese digital über Stempeluhr, Telefon, PC oder andere Medien im System hinterlegt und sind jederzeit individuell einsehbar. So haben Arbeitnehmer einen schnellen und einfachen Überblick über aktuelle Saldenstände, Urlaubskonten oder geleistete Überstunden. Ein weiteres Plus: Die Personalabteilung wird von Routinetätigkeiten entlastet.

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    2. Landschaften statt Inseln

    Führen Sie lediglich eine Zeiterfassung in Ihrem Unternehmen ein, können Sie zwar die kommenden Regelungen rund um die Arbeitszeit einhalten, wie sie vom EuGH gefordert werden. Doch Sie werden schnell merken, dass es bei der reinen Zeiterfassung nicht bleibt. Denn schließlich müssen die Arbeitszeiten, inklusive Überstunden, der Mitarbeiter nach individuellen Parametern verarbeitet werden. Die erfassten Zeiten müssen also wiederum von der Personalabteilung manuell bearbeitet werden und im Anschluss an das Lohn- und Gehaltssystem übergeben werden. Geschieht dies in einzelnen Datensilos mit manueller Bearbeitung, hat das nicht nur einen erhöhten Aufwand zur Folge, sondern auch eine hohe Fehleranfälligkeit. Mit einem digitalen Workforce Management werden alle erfassten Arbeitszeiten automatisch verarbeitet und an das Lohn- und Gehaltssystem übermittelt.

    3. Mehr Flexibilität trotz Zeiterfassung und EuGH Urteil

    Selbst wenn Sie ortsunabhängige Arbeitnehmer oder Regelungen für Home-Office haben, ist eine Zeiterfassung, wie sie der EuGH fordert, kein Problem für Sie und vor allem kein Problem für Flexibilität. Manuelle Lösungen zur Arbeitszeiterfassung kommen da schnell an ihre Grenzen. Über Self Services oder Mitarbeiterportale ist die schnelle und einfache Zeiterfassung kein Problem. Mitarbeiter können sich von überall aus ein- und ausstempeln und haben auch von unterwegs immer einen Einblick in ihre zeitwirtschaftlichen Daten, wie beispielsweise die tägliche Arbeitszeit, Überstunden oder den Urlaubsstand.

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      4. Zufriedenere Mitarbeiter

      Durch die Automatisierung von Prozessen und mehr Transparenz rund um die Arbeitszeit steigt die Mitarbeiterzufriedenheit. Und das hat gute Gründe. Zum einen erhalten Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung, denn sie werden in die Personalprozesse eingebunden und können Einfluss auf ihre Arbeitszeit nehmen. Mit manuellen Prozessen ist dies schwer umzusetzen. Wird die Belegschaft zudem vom Arbeitgeber auch in die Planungsprozesse integriert, beispielsweise durch Schichtwünsche oder Tauschbörsen, steigt die Work-Life-Balance. Mitarbeiter werden produktiver und motivierter Die Loyalität gegenüber dem Unternehmen wächst ganz automatisch.

      5. Eine Investition in die Zukunft

      Die konsequente Erhebung und Auswertung von Personalinformationen gestaltet sich für viele Arbeitgeber als schwierig. Analysen und Reports müssen ohne Systemunterstützung und eine konsequente Datenerhebung oft mit hohem Aufwand manuell erstellt werden. Mit digitalem Workforce Management lassen sich schnell und einfach Auswertungen zu Zeitkonten, Abwesenheiten, Fehlgründen, Umsätzen pro Mitarbeiter, Produktivität spezifischer Einheiten oder Kostenstellen auf Knopfdruck generieren. Es entsteht die nötige Transparenz für Management Entscheidungen. 
       

      • Lesetipp: Sie wollen mehr über das Thema erfahren? Lesen Sie HIER.

      6. Immer gesetzeskonform

      Sind Personalprozesse nicht automatisiert, können gesetzliche Probleme hinsichtlich des Datenschutzes auftreten. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sieht strikte Dokumentations- und Nachweispflichten, strenge Meldevorschriften und Bußgelder bei Verstößen vor. Dies stellt Unternehmen vor große Herausforderungen und einen hohen Bearbeitungsaufwand. Eine professionelle Lösung für Workforce Management verwaltet die Daten der Arbeitnehmer sicher und gesetzeskonform und warnt bei etwaigen Verstößen gegen Gesetze, Tarife und unternehmensspezifische Regularien. So können Arbeitszeitverstöße gar nicht erst entstehen. Und etwaig erforderliche Dokumentationen werden ganz einfach per Mausklick erstellt.

       

      • Das Fazit: Digitales Workforce Management geht weit über eine reine Zeiterfassung, wie sie der EuGH fordert, hinaus. Es schafft agile Organisationen und Prozesse rund um die Arbeitszeit. Es hebt Potentiale entlang der gesamten Wertschöpfungskette und macht Mitarbeiter zufriedener und produktiver. Aufwände werden dort reduziert, wo es sinnvoll ist. Das schafft Raum für wertschöpfende Tätigkeiten. Kurzum: Die Entscheidung für digitales Workforce Management ist eine Entscheidung für die Zukunft. Unternehmen und Mitarbeiter profitieren.
      Kai We 30.05.2019 - 18:24

      Naja alles schön und gut. Die mit einem AT Tarif sollten dann aber auch stempeln...

      Elisabeth Schröter 02.06.2019 - 16:24

      Das ganze dient der totalen Überprüfung des einzelnen Arbeitnehmers!
      Bei einem guten Betriebsführung und fähigen Chefs wäre so etwas wäre so etwas gar nicht nötig. Ein wertgeschätzter Mitarbeiter gibt von sich aus alles!

      Walt Kowalski 07.06.2019 - 16:34

      Also ich habe Vertrauensarbeitszeit und von daher ist eine sekundengenaue Zeiterfassung genau das Gegenteil von dem, was ich als Arbeitnehmer mir wünsche.

      Thomas Ehlers 08.08.2019 - 20:18

      Also, ich begrüße das Urteil.
      Dann bekomme ich hoffentlich mal meine ganzen Überstunden bezahlt

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      Über den Autor

      Dominik Laska

      Er jongliert gern mit Worten, bei Phrasen und Floskeln bekommt er Zahnschmerzen. Der gelernte Journalist hat sein Handwerk sowohl im Print als auch Online gelernt. Der gebürtige Berliner schreibt für den ATOSS Work Blog über alle Themen moderner Arbeitswelten.

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