Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung für Krankenhäuser

Wie Pflegepersonaluntergrenzen im Krankenhaus mit digitalem Workforce Management smart umgesetzt werden können

Seit Beginn des Jahres 2019 gilt die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) des Bundesministeriums für Gesundheit zur Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen in Krankenhäusern. Wird die PpUGV den akuten personalwirtschaftlichen Handlungsdruck im Gesundheitswesen noch weiter verschärften? Was müssen Krankenhäuser hinsichtlich der Pflegepersonaluntergrenze beachten? Und wie geht es im Jahr 2020 weiter, wenn die PpUGV nicht nur in einigen pflegeintensiven Bereichen zu greifen beginnt, sondern für alle Abteilungen gültig sein wird? Und wie kann intelligentes Workforce Management dabei helfen, die Pflegepersonaluntergrenzen einzuhalten und damit die Versorgung der Patienten zu verbessern?

PpUGV betrifft zunächst vier pflegeintensive Bereiche

Bis zum 1. Januar 2020 sind von der PpUGV vier besonders pflegesensitive Bereiche in Krankenhäusern betroffen: die Intensivmedizin, die Geriatrie, die Kardiologie und die Unfallchirurgie. Für diese wurde in der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung das folgende Verhältnis festgelegt: Zahl der Patienten und Anzahl der dafür eingeteilten Pflegekräfte, Pflegefach- und Pflegehilfskräfte. Zusätzlich wird noch ein Grenzwert für die pflegeintensiven Bereiche festgelegt. Dieser regelt das Verhältnis von Pflegefach- zu Pflegehilfskräften pro Schicht. Pflegepersonaluntergrenze und Grenzwert haben beide das Ziel, dass Krankenhäuser zu jeder Zeit sicherstellen können, dass genau das richtig qualifizierte Personal für die Versorgung von Patienten zur Verfügung steht.

Wie sind Pflegekräfte definiert?

Welche Arbeitskräfte von der Pflegepersonaluntergrenze betroffen sind, ist ebenfalls genau geregelt. Dort heißt es wortwörtlich: „Pflegekräfte im Sinne dieser Verordnung sind Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte. Pflegefachkräfte sind Personen, denen die Erlaubnis zum Führen einer Berufsbezeichnung nach dem Krankenpflegegesetz, dem Altenpflegegesetz oder dem Pflegeberufegesetz erteilt wurde.“ (Quelle: InEK – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) Darüber hinaus werden Pflegehilfskräfte nach drei Kriterien charakterisiert. Ersten muss eine Pflegehilfskraft „erfolgreich eine landesrechtlich geregelte Assistenz- oder Helferausbildung in der Pflege von mindestens einjähriger Dauer abgeschlossen haben…“. Des Weiteren sind Pflegehilfskräfte Personen, die „eine landesrechtlich geregelte Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe von mindestens einjähriger Dauer erfolgreich abgeschlossen haben und denen auf der Grundlage Krankenpflegegesetzes vom 4. Juni 1985 in der bis zum 31. Dezember 2003 geltenden Fassung eine Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer erteilt worden ist“.

Zudem ist in der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung geregelt, inwiefern die Schichten aufgeteilt werden, in denen das Verhältnis von Zahl der Patienten und Anzahl der dafür eingeteilten Pflegekräfte, Pflegefach- und Pflegehilfskräfte in der Intensivmedizin, der Geriatrie, der Kardiologie und der Unfallchirurgie eingehalten werden müssen. Dort heißt es dazu: „Schichten sind die Tagschicht und die Nachtschicht. Die Tagschicht umfasst den Zeitraum von 6 Uhr bis 22 Uhr. Die Nachtschicht umfasst den Zeitraum von 22 Uhr und 6 Uhr.“

Wie die Pflegepersonaluntergrenzen mit digitalem Workforce Management umgesetzt werden können

Ein intelligentes Workforce Management mit einer IT-gestützten Dienstplanung und integriertem Arbeitszeitmanagement wie die ATOSS Medical Solution unterstützt Krankenhäuser, die aktuellen Vorgaben rund um die PpUGV zu erfüllen. Personalverantwortliche haben immer den Überblick über die tägliche Besetzung der verschiedenen Schichten in den pflegeintensiven Abteilungen und pflegeintensiven Stationen sowie über die tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten der Pflegekräfte und Ärzte. Schon während der Planung wird der Planer proaktiv über eine eventuelle Unterschreitung der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung informiert und kann entsprechend reagieren. So kann stets sichergestellt werden, dass die benötigten Pflegekräfte pro Schicht und Station auch tatsächlich mit den zur Verfügung stehenden Mitarbeitern in Einklang gebracht werden kann.

Nachweisverordnung der PpUGV auf Knopfdruck managen

Die Nachweisverordnung zur Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung schreibt weiter vor, dass Krankenhäuser die Durchschnittswerte der Personalbesetzung pro Monat differenziert nach Stationen und Schichten ermitteln müssen. Es besteht laut Vorgaben also eine umfassende Dokumentationspflicht, der durch ein intelligentes Workforce Management, dass auf die Herausforderungen des Gesundheitswesens zugeschnitten ist, einfach auf Knopfdruck nachgekommen werden kann.

Viele Krankenhäuser haben bereits proaktiv gehandelt und die entscheidende Richtung in eine digitale Zukunft eingeschlagen. Das Klinikum Ingolstadt handelte bereits vor über 15 Jahren. Flexible Arbeitszeiten bzw. Schichten sorgen dort für eine spürbare Steigerung der Wirtschaftlichkeit und der Versorgungsqualität. Dank der Einsparungen, die durch die ATOSS Medical Solution realisiert wurden, konnten 120 neue Pflegekräfte eingestellt werden konnten, ohne dass dadurch Mehrkosten entstanden.

„Die Nachweisverordnung schreibt vor, dass Krankenhäuser die Durchschnittswerte der Personalbesetzung pro Monat differenziert nach Stationen und Schichten ermitteln. Wir setzen seit vielen Jahren auf eine systemgestützte Dienstplanung mit integriertem Arbeitszeitmanagement. Die Soll- und Ist-Arbeitszeiten des gesamten Klinikpersonals sind in der ATOSS Medical Solution zentral gespeichert. Damit haben wir in Echtzeit den genauen Überblick über die tagesgenaue Besetzung der verschiedenen Schichten in den Abteilungen und Stationen sowie über die tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten.“

Thomas Hesse
Personaldirektor und Prokurist | Klinikum Saarbrücken:

Aus der Praxis: So wird die PpUGV effizient eingehalten

Ein aktuelles Leuchttumprojekt hinsichtlich PpUGV, das den Nutzen unserer Software verdeutlicht, ist das Klinikum Saarbrücken. Die Einhaltung der Nachweisverordnung bei tagesgenauer Steuerung ist dort gesichert. Denn seit dem 1. April 2019 drohen Kliniken Abschläge bei der Vergütung, wenn sie die in der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung geforderten Nachweise nicht rechtzeitig und vor allem vollständig geliefert werden. Um diese Reports pro Quartal und Abteilung leichter erstellen zu können, ist die softwaregestützte Dokumentation von Soll- und Ist-Arbeitszeiten eine immense Hilfe. Die in der PpUGV geforderten Nachweise entstehen dann auf Knopfdruck und im gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum. Das Einhalten der Nachweispflichten der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung ist damit kein Problem mehr. Hinzu kommen Vorteile bei der Steuerung der Personalressourcen, die sich durch den Einsatz der ATOSS Medical Solution erzielen lassen. Die Planungsverantwortlichen beim Klinikum Saarbrücken können den Einsatz ihrer Pflegekräfte seit dem 1. Januar 2019 täglich genauso steuern, wie es der Gesetzgeber mit der PpUGV für Krankenhäuser erreichen will.

Jürgen Bucher

Ihr Ansprechpartner

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Jürgen Bucher
Senior Sales Operations Manager

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