Welche Formen von Arbeitszeitflexibilisierung für Unternehmen wichtig sind

Gastbeitrag von Heike Bauer

In einem dynamischen Wirtschaftsumfeld müssen sich Unternehmen an flexiblere Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle heranwagen, um langfristig erfolgreich zu sein.

Die Zusammenhänge von People, Place und Technology, konnte ich als eine der Partnerinnen der Fachhochschule Nordwestschweiz in der bislang grössten Schweizer Studie zu Arbeitswelt 4.0 mit- erarbeiten, belegen und begründen.
 

 

Zentrale Erkenntnisse dieser Studie:
 

  • Nur 12% der befragten Unternehmen haben bereits ein fortschrittliches Stadium in der Arbeitswelt 4.0 erreicht; 45% der Unternehmen befinden sich gerade in der Transformation und 43% stehen noch am Anfang.
  • 76% der Unternehmen haben keine Strategie für die Umsetzung der Arbeitswelt 4.0 oder diese ist den Mitarbeitenden nicht bekannt.
  • 58% der Unternehmen binden die Mitarbeitenden in die Gestaltung der Arbeitswelt 4.0 nicht mit ein.
  • Die grössten Barrieren für Unternehmen sind das fehlende Wissen/Know-How (42%), bestehende, teilweise starre Führungs- und Organisationsstrukturen (41%) und Konflikte mit anderen Unternehmensprioritäten (35%).
  • Die wichtigsten Gründe für die Arbeitswelt 4.0 sind der Innovationsdruck (66%), eine bessere interne Kommunikation (64%) und das Erlangen von mehr Flexibilität (55%).
  • Die Arbeitswelt-Dimensionen People (Mitarbeitende), Place (Arbeitsumfeld) und Technology (Technologien) stehen im Zentrum der Arbeitswelt 4.0 und haben eine gegenseitige Wechselwirkung – sie beeinflussen sich also direkt.

 

Wir unterteilen die Philosophie vom heutigen New Work in vier Themen, welche miteinander vernetzt, aber grundsätzlich doch verschieden sind:

Die Flexibilisierung von Arbeit spielt hierbei eine zentrale Rolle.

1. «Arbeite wo und wann du willst»: Umsetzungsformen in Richtung örtlicher und zeitlicher Flexibilisierung von Arbeit.

2. «Jenseits der Organigramme und Silos»: Umsetzungsformen in Richtung zunehmend agiler und projektbasierter Organisationsformen.

3. «Meine Arbeit stiftet mir und anderen Sinn»: Umsetzungsformen in die Richtung einer zunehmenden praktischen Relevanz der Sinnstiftung durch Arbeit.

4. «Jenseits der Hierarchie»: Umsetzungsformen in Richtung veränderter Führungsstrukturen und neuer Machtverteilung durch Enthierarchisierung, partizipative Entscheidungsmechanismen und Formen der Selbstorganisation. (vgl. Bergmann, newwork.global/deutsch-2)

 

Für einen erfolgreichen Wandel hin zu einer «neuen Arbeitswelt», sollten die ersten Schritte nach dem Prinzip der organisationalen Ambidextrie vollzogen werden, d.h. erfolgreiche und bestehende Strukturen mit Innovation verbinden. Hierzu braucht es in erster Linie eine bewusste und gelebte angstfreie Unternehmenskultur, aber natürlich gehört die technische Unterstützung zu den Grundlagen der digitalen Transformation. Letztendlich sind neue Arbeitsformen überhaupt erst durch die Digitalisierung möglich geworden und jetzt gilt es, die Mitarbeitenden für den Umgang mit den digitalen Werkzeugen zu befähigen.

Für mich persönlich kann ich den ursprünglichen Gedanken der New Work Bewegung mit ihren drastischen und sehr revolutionären Ideen, die in Zeiten der Klimakrise und Sinnfindung noch mehr Substanz bekommt, inzwischen befürworten.

Was nutzen mir als Arbeitgeber flexible Arbeitszeitmodelle?

In erster Linie erfolgt eine Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber, die Wettbewerbsfähigkeit wird verbessert und bewiesenermassen gehen sinkende Fluktuation, Kosten und die Verminderung des Krankenstands miteinher.

Zudem nutzt es der Abfederung von konjunkturellen Schwankungen sowie einer Möglichkeit der Ausdehnung von Öffnungs- und Produktionszeiten, um hier nur einige Vorteile zu nennen.

 

 

Autoreninfo zu Heike Bauer:

Heike Bauer unterstützt Unternehmen bei deren Ist-Analyse und der Befähigung der Mitarbeitenden, auf dem Weg in eine neue, digitale Arbeitswelt, mit dem Instrument eines zeitgemässen NEW-WORK Ansatzes. Als ehemaliges Gründungsmitglied der Future Work Gruppe hat sie als Mitautorin und -Initiatorin an der grossen Studie «Arbeitswelt 4.0: Als KMU die Arbeitswelt der Zukunft erfolgreich gestalten» der Fachhochschule Nordwestschweiz aktiv mitgewirkt. Bei den Dimensionen People, Place, Technologie setzt sie auf den kostbaren Wissenstransfer zwischen den Generationen. Ausgebildet als Führungskraft für Industriebetriebe erkennt sie schnell die Stolpersteine, die einem echten kulturellen Wandel im Weg liegen.

Vortragsreihe 2020: Wenn New Work die Antwort ist, was war nochmal die Frage

 

 

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Heike Bauer unterstützt Unternehmen bei deren Ist-Analyse und der Befähigung der Mitarbeitenden, auf dem Weg in eine neue, digitale Arbeitswelt, mit dem Instrument eines zeitgemäßen New Work Ansatzes. Ausgebildet als Führungskraft für Industriebetriebe erkennt sie schnell die Stolpersteine, die einem echten kulturellen Wandel im Weg liegen.

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