Digitalisierung im Baugewerbe - die wichtigsten Fragen

In unserem Artikel Sind wir Digitalpessimisten? hatten wir bereits angekündigt, dass wir uns in den kommenden Wochen näher mit der Digitalisierung im Mittelstand auseinandersetzen werden. Wir starten in diesem Beitrag mit dem Baugewerbe. Bevor wir auf den Stand der Digitalisierung blicken, sehen wir uns zunächst den aktuellen Stand der Branche an. Wie lief das Jahr 2018? Und wie sind die Prognosen für 2019? Generell lässt sich sagen: Dem Baugewerbe geht es so gut wie schon lange nicht mehr. Auch ein erneuter Besucherrekord auf der Bauma in München mit rund 620.000 Besuchern aus 200 Ländern zeigt: Der Branche geht es gut.
 

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Das Baugewerbe im Jahr 2018

„2018 hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die Bauunternehmen haben zum Jahresende - auch dank einer vergleichsweise guten Witterung - die Drehzahl noch einmal merklich erhöht und die Umsätze weiter gesteigert“, sagt Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und bezieht sich dabei auf die neueste Ausgabe des Aktuellen Zahlenbildes mit den Konjunkturindikatoren für die Bauwirtschaft (hier geht es zur Pressemitteilung). 127 Milliarden Euro Umsatz stünden dort zu Buche, ein Plus von 11,3 Prozent zum Vorjahr und fast doppelt so hoch wie prognostiziert (6 Prozent). Auch auf 2019, so Babiel, blicke man mit einem guten Gefühl. „Immerhin hat der Auftragseingang 2018 um 10 Prozent zugelegt“. Ein weiterer positiver Effekt: „Um die zusätzliche Produktion zu stemmen, haben die Baubetriebe ihren Personalbestand um 25.000 auf 837.000 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2018 aufgestockt. Damit hat die Branche seit dem Tiefpunkt im Jahr 2009 mehr als 130.000 neue Stellen geschaffen“, beschreibt Babiel die Arbeitsmarktsituation am Bau.

Die Digitalisierung im Baugewerbe

Wie sind Unternehmen im Baugewerbe aber nun digital aufgestellt? Dabei stellen wir uns folgende Fragen:
 

  1. Wie weit ist die Digitalisierung im Baugewerbe im Vergleich zum Branchenquerschnitt fortgeschritten?
     
  2. Welche Bereiche der Digitalisierung sind wichtig für die Baubranche?
     
  3. Welcher Nutzen kann aus dem digitalen Wandel konkret gezogen werden?
     
  4. Welche Maßnahmen können Unternehmen aus dem Baugewerbe ergreifen?

Wie weit ist die Digitalisierung im Baugewerbe im Vergleich zum Branchenquerschnitt fortgeschritten?

Natürlich soll es jetzt nicht nur um das Thema digitales Workforce Management gehen, sondern allgemein um die digitale Transformation in der Baubranche. Dazu zählen nicht nur optimierte Personalprozesse, sondern auch der Einsatz vernetzter Technik oder die Frage, ob ein Unternehmen beispielsweise 3D-Drucker verwendet oder schon auf Augmented Reality zurückgreift. Allein der Einsatz einer Cloud Solution kann sich positiv auf die Digitalisierungsstrategie eines Unternehmens auswirken. Die Benchmarkstudie Digitalisierungsindex Mittelstand von techconsult im Auftrag der Deutschen Telekom kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Baubranche sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat.

Dennoch ist noch Luft nach oben. In der Messskala erreicht das Baugewerbe von 100 möglichen 51 Punkte und liegt damit vier Zähler unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt aller untersuchten Mittelstandsunternehmen. Jedes dritte Unternehmen hat das Thema Digitalisierung in ihrer Geschäftsstrategie verankert. „Erfreulich wiederum: 38 Prozent der Befragten berichten, dass bei ihnen der Nutzen des digitalen Umbaus bereits die Kosten übersteige“, heißt es in dem Papier. Das Fazit: Digitalisierung wirkt und bringt Mehrwert. Auch wenn das Baugewerbe durch eine Vielzahl von kleinen Unternehmen geprägt ist, die häufig nicht über eine eigene IT-Abteilung verfügen, sollte das Thema Digitalisierung angegangen werden.

Welche Bereiche der Digitalisierung sind wichtig für das Baugewerbe?

Neben den angesprochenen Themen wie 3D-Druck oder Augmented Reality ist vor allem im Bereich der Personalprozesse die digitale und mobile Zeiterfassung ein Punkt, der im Baugewerbe immer wichtiger wird. Erste Firmen greifen bereits jetzt schon auf die Möglichkeit der Zeiterfassung via mobiler Geräte zurück. Doch vielerorts kommen auf Baustellen immer noch die altbewährten Stundenzettel zum Einsatz, die im Nachgang aufwändig manuell bearbeitet werden müssen. 28 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bereits die Möglichkeit des mobilen Zugriffs, so die Studie, immerhin 39 Prozent haben das Thema auf der Agenda.

  • Unser Tipp: Hier kann ein ganzheitliches Workforce Management auf allen Ebenen helfen. Denn neben der einfachen Erfassung von Arbeitszeiten können die Zeiten beispielsweise auch direkt auf Projekte oder bestimmte Kostenstellen gebucht werden. Auch Gruppenbuchungen über den Baustellenleiter sind über eine entsprechende App möglich. So kann jede Baustelle ein wenig smarter werden.

Mehr dazu können Sie auch in unserem Beitrag Darum braucht der Mittelstand Workforce Management lesen.

 

Welcher Nutzen kann aus dem digitalen Wandel gezogen werden?

Kommen wir beispielsweise auf das Thema Cloud zu sprechen, zeigt sich eindeutig, dass auch im Baugewerbe ein enormer Nutzwert in der Digitalisierung steckt. Dem Digitalisierungsindex Mittelstand zufolge nutzten im Jahr 2018 bereits 31 Prozent der befragten Unternehmen eine Cloud-Anwendung. Natürlich, da geht noch mehr, aber der Trend zeigt in die richtige Richtung. Und warum es durchaus sinnvoll ist, den Einstieg oder Umstieg in die Cloud zu vollziehen, zeigen zwei weitere Zahlen. „76 Prozent der Unternehmen mit Cloud-Lösungen können damit leichter neue Geschäftsideen entwickeln. 77 Prozent der Unternehmen erreichen so effizientere interne Prozesse und sind als Organisation viel flexibler.“
 

Unter den Unternehmen, die bereits erfolgreich in die Digitalisierung investiert haben – den sogenannten Digital Leadern – zeigt sich deutliche Zufriedenheit. Neun von zehn Unternehmen aus dem Baugewerbe sind mit ihren Umsätzen zufrieden und mehr als die Hälfte der Digital Leader erzielten eine Umsatzsteigerung von mindestens fünf Prozent, so der Digitalisierungsindex. Zum Vergleich: Im Branchendurchschnitt schaffen das nur 40 Prozent der Unternehmen.

Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Gerade beim Thema zukunftsfähiges Workforce Management geht es nicht in erster Linie darum, eine Software im Unternehmen zu etablieren. Vielmehr müssen alle Prozesse konsequent auf den Prüfstand gestellt und überarbeitet werden. Nur so kann das Unternehmen im Alltag agiler und langfristig wettbewerbsfähiger werden. Dabei müssen nicht nur die Entscheider mit einbezogen werden, sondern die gesamte Belegschaft. Gerade die Mitarbeiter, die am Ende häufig mit neuen Anwendungen in Berührung kommen, müssen sensibilisiert, motiviert und geschult werden. Dafür braucht es die nötige Kompetenz.

Wie sieht es dahingehend im Baugewerbe aus? Die Studie hat eine Antwort parat. An der digitalen Kompetenz mangele es leider im Baubereich noch. „Den Satz ´Meine Mitarbeiter sind für die digitale Transformation optimal qualifiziert` unterschreiben nur 30 Prozent der Betriebe.“ Geschäftsführung und Personalverantwortliche seien daher nun gefordert, die Entwicklung der digitalen Kompetenz voranzutreiben.

 

Was haben wir nun gelernt? Das Baugewerbe hat bereits ein wichtiges Fundament gelegt. Doch Potential ist noch reichlich vorhanden. ATOSS unterstützt Sie und Ihr Unternehmen auf dem Weg der Digitalisierung nicht nur mit einem innovativen und zukunftsfähigen Workforce Management, sondern auch bei der Optimierung von Prozessen und einem nachhaltigen Change Management. Damit wird eine solide Basis für Arbeitswelten mit Zukunft gelegt. Zum Vorteil von Mitarbeitern und Unternehmen. Interessiert? Dann schauen Sie sich einfach auf unserer Website um oder laden Sie sich unsere Praxisbeispiele für Unternehmen aus dem Mittelstand herunter. 

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Über den Autor

Dominik Laska

Er jongliert gern mit Worten, bei Phrasen und Floskeln bekommt er Zahnschmerzen. Der gelernte Journalist hat sein Handwerk sowohl im Print als auch Online gelernt. Der gebürtige Berliner schreibt für den ATOSS Work Blog über alle Themen moderner Arbeitswelten.

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